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Im Jahr 2004 taten sich einige Freunde aus der Bremerhavener Eishockeygemeinde zusammen, um die langsam einschlafende Stimmung und Eishockekultur im alten Eisstadion am Wilhelm-Kaisen-Platz am Leben zu erhalten!

 

So wurde der Fanclub „Mitten in Bremerhaven“, kurz MIB gegründet! Unter dem Beinamen Fischtown Supporters trat man nun die Aufgabe an, die Unterstützung der Mannschaft wieder zu verbessern und dabei auch mehr Farbe auf die Westtribüne u bringen. Das man von Anfang an skeptisch beäugt wurde, ist in einer alten Fanszene wie in Bhvn wohl normal, aber durch viel Einsatz und neue Ideen konnte man viele Fans bald überzeugen und die „Jungs in den roten Pullovern“ hatten sich schnell einen Namen gemacht.

 

Da alle Mitglieder auch schon lange vor MIB zum Eishockey gingen und viele Höhen und Tiefen mit unserem Verein erlebt haben, war man von Anfang an darauf bedacht, den besonderen Charakter unserer Fanszene nicht zu ignorieren.

 

Fast alle von uns sind damals schon zum REV gegangen, als Spieler wie Ali Sogusku, Dieter Blum und Guy Giroaurd noch für unseren Verein fighteten! Man traf viele der lbprofis noch morgens auf der Baustelle, in der KFZ-Werkstatt oder in einem Büro sitzend, um ihnen dann am Abend in der damals schon baufälligen Halle zu zujubeln! Bei Dosenbier und Wunderkerzen wurde das Team bei jedem Rückstand nach vorne gebrüllt, ein 0-3 Rückstand war damals kein Problem! Ideenreich und lautstark wurde die Mannschaft unterstützt, Niederlagen wurden schnell vergeben und nach dem Spiel traf man oft den kompletten Kader in der Alten Bürger in einer der vielen Kneipen und konnte gemeinsam überraschende Siege feiern oder ärgerliche Niederlagen beschnacken. Das und die besonderen Fans, waren es die mit ihrem teils schroffen Humor und ihrer typischen Bremerhavener Art für viele von uns den Zauber des allwöchentlichen Stadiongangs ausmachten. Derbyschlachten gegen den ewigen Rivalen aus Wilhelmshaven, Abstiegskämpfe und Auswärtsfahrten zu legendären Vereinen, die heute kaum noch jemand kennt, dass alles machte den Verein aus der Stadt der Werften so besonders!

 

Leider konnte es nicht ewig so weitergehen, durch die Professionalisierung und die steigenden Erfolge veränderte sich ganz langsam die Fankultur und damit die Stimmung in der alten „Fischdose“! Viele alte Recken blieben einfach den Spielen fern und so kam es nur noch selten zu einem Hexenkessel in unserem Revier.

 

Nun war es also an der Zeit, dass sich andere für die Stimmung am Kaisen-Platz einsetzten und so gründeten die besagten Freunde, von denen einige schon viele Jahre gute Kumpels waren, MIB.

 

Seit dem versucht man mit aller Kraft den Support mit allen Mitteln zu verbessern, ohne aber dabei den besondern Geist der damaligen Fankultur aus den Augen zu verlieren. Der Spaß an der Sache sollte dabei aber genauso wenig verloren gehen, wie das Bestreben nach Unabhängigkeit und einem eigenen Weg. Wie wahrscheinlich jede aktive Gruppe musste man sich von den ewigen Lästerern in den reichlichen Internetforen fortlaufend Dinge an den Kopf werfen lassen, von „so genannten Fans“ bis „Chaoten“ war immer alles dabei.

 

Glücklicherweise waren besonders die alteingesessenen Fans da relaxter und suchten das direkte Gespräch, kritisierten auch, aber vor allem gab es viel Bestätigung von Leuten, die schon jahrelang das Bild des Eishockeys in F´town prägen.

 

Aber auch außerhalb unserer Heimatstadt gab es viele freundschaftliche Kontakte, manche kühlten wieder ab, manche leben immer wieder auf und manche werden immer und immer wieder durch gemeinsame Feiern und Erlebnisse vertieft und so unerschütterlich!

 

Allgemein steht man aber erst einmal jeder Fangruppe offen gegenüber und so verfügt wohl jeder MIBler über zahlreiche Freundschaften in ganz Eishockeydeutschland. Ein wirkliches Derby kann es nach dem Sterben des ECW eh nie mehr geben, so beschränkt man sich auf den Wettkampf auf den Tribünen, mit den jeweiligen gegnerischen Fans.

 

Nach dem Leitspruch:

 

Unser Stolz ist die Tribüne unser Leben der Verein!

 

Sammelt sich ein bunter Haufen im Kern der Westtribüne um alles für den Verein zu geben. Dabei folgt man nicht der immer weiter erstarkenden Ultra´-Mentalität in Deutschland, sondern versucht junge und alte Fans, egal welcher Einstellung ans aktive Fanleben heranzuführen und für einen stimmgewaltigen Support zu begeistern.

 

Nach nun schon 5 Jahren „Supporters Fischtown“ kann man auf unzählige schöne Erlebnisse zurückblicken. Aber man gibt sich mit dem Erreichten nicht zufrieden und besonders die nahe Vergangeheit zeigt, dass man auf einem guten Weg ist. Bremerhaven wird nie zu den großen Eishockeyszenen gehören, aber wenn man sieht, wie schwer sich die vermeintlichen Kultstätten heute tun, um ihrem großem Ruf gerecht zu bleiben oder wie die großen Fangruppen immer mehr Repressionen durch Ordnungsdienste und Polizei ausgesetzt sind, könne wir hier weiter unsere Fankultur leben und mit unseren Freunden undWeggefährten feiern, reisen, lachen, trauern und einfach unser Leben mit unserem besonderen Verein, in unserer besonderen Stadt lieben.

 

MIB-Supporters, Dezember 2009